Fachinformatiker System­integration

Fachinformatiker für Systemintegration planen, bauen und betreuen die IT-Infrastruktur von Unternehmen: Server, Netzwerke, Speicher und Arbeitsplätze.

Ausbildung
2 bis 3 Jahre
Projektarbeit
40 Std.
Prüfungs­bereiche
5

Beruf und Ausbildung

Fachinformatiker für Systemintegration sorgen dafür, dass die IT eines Unternehmens läuft. Sie planen neue Systeme, richten Server und Arbeitsplätze ein, oft mit Virtualisierung oder in der Cloud, und bauen Netzwerke auf, von der Verkabelung bis zu Routern und Switches. Im Alltag verwalten sie Benutzer und Rechte, spielen Updates ein, sichern Daten und überwachen den Betrieb. Fällt etwas aus, sind sie meist die ersten Ansprechpartner.

Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre und läuft dual: Azubis arbeiten im Betrieb und besuchen parallel die Berufsschule, je nach Bundesland tageweise oder im Block. Grundlage ist die Ausbildungsverordnung von 2020. Sie kennt vier Fachrichtungen, neben Systemintegration auch Anwendungsentwicklung, Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung. Viele Inhalte wie IT-Sicherheit, Datenschutz und Kundenberatung sind in allen Fachrichtungen gleich.

Wer Vorwissen mitbringt, kann die Ausbildung verkürzen. Dafür stellen Azubi und Betrieb gemeinsam einen Antrag bei der IHK. Mit Abitur dauert die Ausbildung dann meist nur zwei Jahre, mit schulischer Fachhochschulreife zweieinhalb. Auch wer während der Ausbildung gute Leistungen zeigt, kann früher zur Abschlussprüfung zugelassen werden.

Die Abschlussprüfung

Die Prüfung ist gestreckt: Teil 1 liegt mitten in der Ausbildung, Teil 2 am Ende. Beide Teile zählen zur Abschlussnote. Bis auf Präsentation und Fachgespräch wird alles schriftlich geprüft.

Teil 1

4. Halbjahr

20 % der Note

Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes

90 Min. · 20 %

Geprüft wird, ob man für einen Kunden einen Arbeitsplatz planen und einrichten kann: den Bedarf ermitteln, Angebote vergleichen, etwa mit einer Nutzwertanalyse, Hardware und Software auswählen, das Gerät einrichten und testen und dabei Datenschutz und IT-Sicherheit einhalten. Teil 1 ist für alle vier Fachrichtungen gleich.

Teil 2

Ende der Ausbildung

80 % der Note

Projekt und Dokumentation

höchstens 40 Std. · 25 %

Vor dem Projekt reicht man einen Projektantrag mit Ausgangssituation, Ziel und Zeitplanung ein, den der Prüfungsausschuss genehmigen muss. Typisch sind Projekte wie die Einführung einer Backup-Lösung, die Migration eines Servers oder ein WLAN mit Gastzugang. Für Projekt und Dokumentation stehen höchstens 40 Stunden zur Verfügung.

Präsentation und Fachgespräch

höchstens 30 Min. · 25 %

Vor dem Prüfungsausschuss wird das Projekt in höchstens 15 Minuten präsentiert. Im anschließenden Fachgespräch geht es um das Vorgehen im Projekt und die Ergebnisse: Der Ausschuss fragt nach und lässt sich Entscheidungen begründen.

Konzeption und Administration von IT-Systemen

90 Min. · 10 %

Planung und Betrieb von IT-Systemen: Server und Virtualisierung, Verzeichnisdienste, Updates und Monitoring, dazu Speicherlösungen, Datensicherung und Skripte zur Automatisierung.

Analyse und Entwicklung von Netzwerken

90 Min. · 10 %

Netzwerkprotokolle und -komponenten, Routing und Switching, VPN, die Absicherung von Netzen und ihre Überwachung. Grundlagen wie Subnetting und IPv6 gehören ebenfalls dazu.

Wirtschafts- und Sozialkunde

60 Min. · 10 %

Wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Arbeitswelt, etwa Ausbildungs- und Arbeitsrecht, Rechtsformen von Unternehmen und Arbeitsschutz.

Note und Bestehen

So zählen die Bereiche zur Abschlussnote:

Die Projektarbeit mit Präsentation und Fachgespräch zählt so viel wie alle anderen Bereiche zusammen. Bestanden ist die Prüfung, wenn

  • das Gesamtergebnis mindestens ausreichend ist (ab 50 Punkten),
  • Teil 2 für sich mindestens ausreichend ist,
  • mindestens drei Bereiche von Teil 2 ausreichend sind
  • und kein Bereich von Teil 2 ungenügend ist (unter 30 Punkten).

Ist eine schriftliche Prüfung von Teil 2 schlechter als ausreichend und entscheidet sie über das Bestehen, kann dort eine mündliche Ergänzungsprüfung beantragt werden. Wie viele Punkte welche Note ergeben, legt der IHK-Notenschlüssel fest.

Systemintegration oder Anwendungsentwicklung?

FISIFIAE
Schwer­punktIT-Infrastruktur: Server, Netzwerke, AdministrationSoftware: planen, programmieren, testen
Projekthöchstens 40 Stundenhöchstens 80 Stunden
SchriftlichIT-Systeme, NetzwerkeSoftware­produkt, Algorithmen