Zahlensysteme
Zahlensysteme sind Methoden zur Darstellung von Zahlen. Verschiedene Kulturen und technologische Bedürfnisse haben zur Entwicklung einer Vielfalt von Zahlensystemen geführt. Sie reichen von einfachen Strichzählungen bis hin zu komplexen digitalen Codierungen.
Grundlegende Zahlenformen
Ganzzahlen
- Beispiele: -3, 0, 42. Ganze Zahlen ohne Bruchteil.
Festkommazahlen
- Beispiele: 3.14, -0.001. Zahlen mit einer festen Anzahl von Dezimalstellen.
Gleitkommazahlen
- Beispiele: 1.23e4 (entspricht 12300). Zahlen mit variabler Anzahl von Dezimalstellen.
Buchstaben
- Beispiele: A, b, Я. Zeichen, die keine Zahlen sind, aber in manchen Zahlensystemen verwendet werden.
Wichtige Zahlensysteme
Dezimalsystem
- Anzahl Zeichen: 10 (0 bis 9)
- Grundlage: 10 Finger, daher weit verbreitet.
Binärsystem
- Anzahl Zeichen: 2 (0 und 1)
- Verwendung: In der Computertechnik für digitale Zustände (An/Aus, 0/5V, 0/3.3V).
Oktalsystem
- Anzahl Zeichen: 8 (0 bis 7)
- Besonderheit: Eine Oktalstelle umfasst genau 3 Bit.
Hexadezimalsystem
- Anzahl Zeichen: 16 (0 bis 9 und A bis F)
- Besonderheit: Eine Hexadezimalstelle umfasst genau 4 Bit.
| Dezimal | Binär | Hexadezimal | Oktal |
|---|---|---|---|
| 0 | 0000 | 0 | 0 |
| 1 | 0001 | 1 | 1 |
| 2 | 0010 | 2 | 2 |
| 3 | 0011 | 3 | 3 |
| 4 | 0100 | 4 | 4 |
| 5 | 0101 | 5 | 5 |
| 6 | 0110 | 6 | 6 |
| 7 | 0111 | 7 | 7 |
| 8 | 1000 | 8 | 10 |
| 9 | 1001 | 9 | 11 |
| 10 | 1010 | A | 12 |
| 11 | 1011 | B | 13 |
| 12 | 1100 | C | 14 |
| 13 | 1101 | D | 15 |
| 14 | 1110 | E | 16 |
| 15 | 1111 | F | 17 |
| 16 | 10000 | 10 | 20 |
Probiere die Umrechnung direkt aus:
Ganzzahlen und ihre Darstellung
Dezimal
- Bereich: 0 bis n
- Beispiel: 42
Binär
- 1 Byte: 0 bis 255
- 2 Bytes: 0 bis 65535
- 4 Bytes: 0 bis etwa 4 Milliarden (Unsigned Integer)
Binary Coded Decimal (BCD)
- Beispiel: 77 = 0111 0111
Negative Zahlen im Binärsystem
Ganzzahlen mit Vorzeichen (signed) speichert ein Computer fast immer im Zweierkomplement. Die Bitbreite ist dabei fest, z. B. 8 Bit. Das höchstwertige Bit (MSB) zeigt das Vorzeichen: 0 steht für positiv, 1 für negativ.
Zweierkomplement bilden
- Den Betrag binär in der festen Bitbreite schreiben: 5 =
0000 0101 - Alle Bits umkehren, das ergibt das Einerkomplement:
1111 1010 - 1 addieren:
1111 1011= -5
Der Rückweg funktioniert genauso: Das Zweierkomplement von 1111 1011 ist wieder 0000 0101, also 5. Schneller geht die Probe über die Stellenwerte: Das MSB zählt negativ, bei 8 Bit also -128. 1111 1011 ist -128 + 64 + 32 + 16 + 8 + 2 + 1 = -5.
Wertebereich
Mit n Bit reicht das Zweierkomplement von bis . Es gibt eine negative Zahl mehr als positive, weil die 0 bei den positiven mitzählt.
| Bitbreite | ohne Vorzeichen (unsigned) | mit Vorzeichen (Zweierkomplement) |
|---|---|---|
| 8 Bit | 0 bis 255 | -128 bis 127 |
| 16 Bit | 0 bis 65.535 | -32.768 bis 32.767 |
| 32 Bit | 0 bis 4.294.967.295 | -2.147.483.648 bis 2.147.483.647 |
Wird der Bereich überschritten, entsteht ein Überlauf: In 8 Bit ergibt 127 + 1 = 0111 1111 + 1 = 1000 0000, also -128.
Warum Zweierkomplement?
- Nur eine Null:
0000 0000. Beim Vorzeichen-Betrag (MSB als Vorzeichen, Rest als Betrag, -5 =1000 0101) und beim Einerkomplement gibt es dagegen +0 und -0. - Subtraktion als Addition: Das Rechenwerk braucht keine eigene Subtraktion. 7 - 5 wird zu 7 + (-5):
0000 0111+1111 1011=1 0000 0010. Der Übertrag über die 8. Stelle fällt weg, übrig bleibt0000 0010= 2.
Buchstaben und Zeichencodierung
ASCII
- Verwendung: Standardisierte Codierung für lateinische Buchstaben und Zeichen.
Unicode
- Verwendung: Umfassende Codierung für Schriftzeichen vieler Sprachen und Symbole.