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Marktformen

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Monopol

Ein Monopol ist eine Marktform, bei der nur ein Anbieter auf dem Markt tätig ist. Dieser Anbieter hat eine sehr große Marktmacht und kann den Preis oder die Absatzmenge selbst festlegen, aber nicht beides zugleich: Setzt er den Preis, bestimmt die Nachfrage die verkaufte Menge, und umgekehrt.

Beispiel: Das örtliche Wasserwerk, denn Haushalte können ihr Leitungswasser nicht bei einem anderen Anbieter beziehen. Beim Strom gibt es ein Monopol nur noch beim Netz: Den Stromanbieter können Kunden seit der Liberalisierung 1998 frei wählen, den Netzbetreiber nicht.

Oligopol

Ein Oligopol ist eine Marktform, bei der nur wenige Anbieter auf dem Markt tätig sind. Diese Anbieter haben eine starke Marktmacht und können die Preise und Mengen beeinflussen.

Beispiel: Die Automobilindustrie, in der nur wenige große Hersteller wie Volkswagen, Toyota und General Motors tätig sind. IT-Beispiele sind die vier Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland (Telekom, Vodafone, Telefónica/O2 und seit Dezember 2023 1&1) und die großen Cloud-Anbieter. Bei nur zwei Anbietern spricht man von einem Duopol, z. B. bei x86-Prozessoren (Intel und AMD).

Polypol

Ein Polypol ist eine Marktform, bei der viele Anbieter auf dem Markt tätig sind. Kein einzelner Anbieter hat eine dominante Marktmacht, und die Preise und Mengen werden durch den Marktmechanismus bestimmt.

Beispiel: Bäckereien, Friseure oder Restaurants in einer Großstadt, wo viele kleine Anbieter um die Kundschaft konkurrieren.

Marktformen im Vergleich: Im Monopol gibt es einen Anbieter, im Oligopol wenige, im Polypol viele, bei jeweils vielen Nachfragern, dazu Marktmacht und Beispiele wie Wasserversorger, Automobilindustrie sowie Bäckereien und FriseureMarktformen im Vergleich: Im Monopol gibt es einen Anbieter, im Oligopol wenige, im Polypol viele, bei jeweils vielen Nachfragern, dazu Marktmacht und Beispiele wie Wasserversorger, Automobilindustrie sowie Bäckereien und Friseure

Marktformenschema

Die Einteilung oben betrachtet nur die Anbieterseite. Das Marktformenschema (nach Heinrich von Stackelberg) berücksichtigt auch die Zahl der Nachfrager:

Anbieter / Nachfragerviele Nachfragerwenige Nachfragerein Nachfrager
viele AnbieterPolypol (vollständige Konkurrenz)NachfrageoligopolNachfragemonopol (Monopson)
wenige AnbieterAngebotsoligopolBilaterales OligopolBeschränktes Nachfragemonopol
ein AnbieterAngebotsmonopolBeschränktes AngebotsmonopolBilaterales Monopol

Vollkommener Markt und Preisbildung

Ein vollkommener Markt ist ein theoretisches Modell mit diesen Bedingungen:

  • Homogene Güter: Die Güter sind gleichartig.
  • Keine Präferenzen: Keine persönlichen, sachlichen, räumlichen oder zeitlichen Vorlieben, z. B. für eine Marke oder einen Standort.
  • Markttransparenz: Alle Teilnehmer kennen alle Preise und Angebote.
  • Sofortige Reaktion: Anbieter und Nachfrager passen sich ohne Zeitverzögerung an.

Fehlt eine Bedingung, ist der Markt unvollkommen, und das ist in der Praxis die Regel. Einem vollkommenen Markt nahe kommt die Börse.

Auf dem Markt bildet sich der Gleichgewichtspreis im Schnittpunkt von Angebots- und Nachfragekurve. Zu diesem Preis stimmen angebotene und nachgefragte Menge überein, der Markt wird geräumt.

  • Preis über dem Gleichgewichtspreis: Angebotsüberhang, der Preis sinkt.
  • Preis unter dem Gleichgewichtspreis: Nachfrageüberhang, der Preis steigt.

Käufer- und Verkäufermarkt

Ein Käufermarkt ist eine Marktsituation, bei der das Angebot an einem Produkt oder einer Dienstleistung größer ist als die Nachfrage und die Anbieter versuchen, Käufer zu gewinnen. Ein Verkäufermarkt ist eine Marktsituation, bei der die Nachfrage größer ist als das Angebot und die Käufer sich um die verfügbaren Angebote bemühen.

Beispiel: Ein Verkäufermarkt für Wohnungen in einer beliebten Stadt, wo viele Käufer um wenige Wohnungen konkurrieren. Ein Käufermarkt für Gebrauchtwagen, wo viele Verkäufer um wenige Käufer konkurrieren.