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IPv6

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IPv6 (Internet Protocol Version 6) ist der Nachfolger von IPv4. Die 32-Bit-Adressen von IPv4 reichen nur für rund 4,3 Milliarden Geräte und sind weltweit vergeben. IPv6 nutzt 128 Bit, das sind 21282^{128} oder rund 340 Sextillionen Adressen, eine 34 mit 37 Nullen. Ausgeschrieben:

340.282.366.920.938.463.463.374.607.431.768.211.456

Damit könnte jeder der rund 8 Milliarden Menschen auf der Erde etwa 41 Quadrilliarden Adressen bekommen, knapp zehn Trillionen Mal so viele, wie IPv4 insgesamt hat.

Aufbau einer IPv6-Adresse

Eine IPv6-Adresse besteht aus acht Blöcken zu je 16 Bit. Jeder Block wird als vier Hexadezimalziffern geschrieben, die Blöcke trennt ein Doppelpunkt.

Aufbau einer IPv6-Adresse: acht Blöcke 2001:0db8:85a3:0001:0000:0000:0370:7334. Die ersten drei Blöcke (48 Bit) sind das Präfix vom Provider, der vierte Block (16 Bit) das Subnetz, zusammen das Netzpräfix /64. Die letzten vier Blöcke (64 Bit) sind die Interface-ID, die das Gerät identifiziert. Verkürzt: 2001:db8:85a3:1::370:7334Aufbau einer IPv6-Adresse: acht Blöcke 2001:0db8:85a3:0001:0000:0000:0370:7334. Die ersten drei Blöcke (48 Bit) sind das Präfix vom Provider, der vierte Block (16 Bit) das Subnetz, zusammen das Netzpräfix /64. Die letzten vier Blöcke (64 Bit) sind die Interface-ID, die das Gerät identifiziert. Verkürzt: 2001:db8:85a3:1::370:7334

  • Netzpräfix: Die vorderen 64 Bit bezeichnen das Netz. Der Provider vergibt einen Teil davon, den Rest nutzt der Kunde für eigene Subnetze.
  • Interface-ID: Die hinteren 64 Bit bezeichnen das Gerät im Netz.

Das Präfix steht wie bei IPv4 in CIDR-Schreibweise hinter der Adresse, z. B. 2001:db8:85a3:1::/64.

PräfixTypische Verwendung
/32Provider
/48Unternehmen, bietet 2162^{16} = 65.536 Subnetze mit /64
/56Privatkunden, bietet 256 Subnetze mit /64
/64ein einzelnes Netz (Standard, SLAAC braucht genau /64)

IPv6-Adressen kürzen

Zwei Regeln machen Adressen lesbarer:

  1. Führende Nullen in einem Block dürfen wegfallen: 0db8 wird db8, 0000 wird 0. Nullen in der Mitte oder am Ende eines Blocks bleiben: d0b8 bleibt d0b8.
  2. Eine zusammenhängende Folge von Nullblöcken darf durch :: ersetzt werden. Das geht nur einmal pro Adresse, sonst wäre unklar, wie viele Blöcke fehlen.

Beispiel Schritt für Schritt:

SchrittAdresse
Voll2001:0db8:0000:0000:0000:ff00:0042:8329
Führende Nullen weg2001:db8:0:0:0:ff00:42:8329
Nullblöcke durch ::2001:db8::ff00:42:8329

Gibt es mehrere Nullfolgen, wird die längste gekürzt, bei gleicher Länge die erste: 2001:db8:0:0:1:0:0:1 wird 2001:db8::1:0:0:1. Falsch wäre 2001:db8::1::1.

Adresstypen

IPv6 kennt keinen Broadcast mehr. An seine Stelle tritt Multicast.

TypPräfixBedeutung
Global Unicast2000::/3weltweit eindeutig und im Internet routbar, entspricht öffentlichen IPv4-Adressen
Link-Localfe80::/10nur im eigenen Netzsegment gültig, jedes IPv6-Gerät hat automatisch eine
Unique Local (ULA)fc00::/7, in der Praxis fd00::/8für interne Netze, nicht im Internet routbar, ähnlich privaten IPv4-Adressen
Multicastff00::/8an eine Gruppe von Geräten, z. B. ff02::1 an alle Geräte im Segment
Loopback::1das eigene Gerät, entspricht 127.0.0.1
Unspezifiziert::noch keine Adresse, z. B. beim Start

Dazu kommt Anycast: Mehrere Geräte teilen sich eine Adresse, das nächstgelegene antwortet. Ein Gerät hat bei IPv6 fast immer mehrere Adressen gleichzeitig, mindestens eine Link-Local- und meist eine Global-Unicast-Adresse.

Adressvergabe

  • SLAAC (Stateless Address Autoconfiguration): Der Router verkündet das Präfix per Router Advertisement, das Gerät bildet die Interface-ID selbst. Ein Server ist nicht nötig.
  • DHCPv6: Ein Server vergibt Adressen und Zusatzinformationen wie DNS-Server, ähnlich DHCP bei IPv4.
  • Statisch: Manuelle Vergabe, üblich für Server und Router.

Die Interface-ID bildet SLAAC entweder zufällig (Privacy Extensions, heute Standard bei Clients, damit ein Gerät nicht über Netze hinweg wiedererkennbar ist) oder nach EUI-64 aus der MAC-Adresse: Die 48-Bit-MAC wird in der Mitte geteilt, ff:fe eingefügt und das siebte Bit umgedreht. Aus 00:1a:2b:3c:4d:5e wird so 021a:2bff:fe3c:4d5e.

IPv4 und IPv6 im Vergleich

IPv4IPv6
Adresslänge32 Bit128 Bit
Schreibweisedezimal, 192.168.1.10hexadezimal, 2001:db8::10
Broadcastjanein, stattdessen Multicast
Automatische KonfigurationDHCPSLAAC oder DHCPv6
Auflösung von MAC-AdressenARPNDP (Neighbor Discovery Protocol)
NATüblich wegen Adressmangelnicht nötig, jedes Gerät kann eine globale Adresse haben
Headervariable Länge, mit Prüfsummefeste Länge von 40 Byte, ohne Prüfsumme

Übergang von IPv4 zu IPv6

  • Dual Stack: Geräte und Netze sprechen beide Protokolle parallel. Das ist heute der Normalfall.
  • Tunneling: IPv6-Pakete werden in IPv4-Pakete verpackt, um IPv4-Strecken zu überbrücken (z. B. 6in4).
  • Übersetzung: NAT64 übersetzt zwischen beiden Protokollen, damit reine IPv6-Geräte IPv4-Dienste erreichen.